Lernen geschieht nicht nur im Kopf!

Lernen geschieht nicht nur im Kopf, sondern auch dann, wenn wir uns bewegen! So zeigen Neugeborene mit jedem körperlichen Schritt auch geistige Entwicklungsschritte, die wiederum den nächsten körperlichen Fortschritt ermöglichen.

Unser soziales Verhalten wird durch Wahrnehmung und Körpergefühl beeinflusst. Die Fähigkeit, die Körpersprache der anderen deuten zu können, setzt voraus, dass Kinder ihren eigenen Körper gut wahrnehmen und mit all ihren Sinnen spüren. So sind soziale Beziehungen auch räumliche Beziehungen. Das wird bereits in unserem Sprachgebrauch deutlich: jemanden nahestehen, jemanden beistehen, sich zu jemanden hingezogen fühlen, sich distanzieren, ...

Kinder, die Schwierigkeiten haben Distanzen einzuschätzen, kommen anderen häufig zu nah bzw. nicht nah genug und erleben folglich oft Ablehnung. So entstehen oft Probleme mit anderen in Beziehung zu treten, Grenzen wahrzunehmen und dahingehend auch Regeln und Anforderungen anzunehmen. Denn die Körperwahrnehmung trägt maßgeblich dazu bei Begrenzungen erfahrbar zu machen. Gerade diese Art von eigenem Körpergefühl, aber auch das Wahrnehmen der Körpersprache einer anderen Person lassen sich spielerisch erlernen.

„Durch gezielte Bewegungsabläufe, psychoenergetische Übungen und spezielle Wahrnehmungserfahrungen, werden wichtige Verbindungsbahnen im Gehirn aktiviert und Kinder in ihrer kognitiven und psychosozialen Entwicklung unterstützt.“

Im Gehirn eines Neugeborenen sind bereits fast alle notwendigen Nervenzellen vorhanden. Allerdings bestehen nur relativ wenige Verbindungen zwischen diesen Zellen. Bereits im Alter von drei Monaten hat sich die Anzahl der Verbindungen zwischen den Gehirnzellen deutlich erhöht. Diese Verbindungen werden als neuronale Vernetzungen bezeichnet und entstehen dadurch, dass wir uns bewegen und mit allen Sinnen wahrnehmen. Je mehr Verbindungen zwischen den Zellen bestehen, umso effektiver kann unser Gehirn arbeiten. Informationen, die das Gehirn durch unsere Sinne wahrnimmt, werden gespeichert und eine Verknüpfung zu den bisherigen Erfahrungen hergestellt. An diesem Beispiel wird deutlich, dass unsere Kinder ein ganzheitliches Lernen brauchen, damit sie ihr volles Potenzial entwickeln. Bewegung, Sinne und Körper sind untrennbar mit Lernen verbunden!

„Neuronale Vernetzungen entstehen durch Bewegung und Wahrnehmung.“

Wenn Kinder die Wirklichkeit überwiegend aus zweiter Hand erfahren, zum Beispiel durch ständiges Benutzen von Tablets, Handys, Computer oder Fernseher werden ihre Augen und Ohren sehr stark beansprucht, häufig sogar überreizt, während die übrigen Sinnesorgane auf der Strecke bleiben. Dennoch ist der Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und Lernschwierigkeiten oft nicht auf den ersten Blick erkennbar.  Das kindliche Gehirn ist aber durch die visuelle Reizüberflutung überfordert und verschließt sich, sodass ankommende Reize unabhängig aus welcher Sinnesmodalität nicht mehr aufgenommen werden können. Häufig kommt es zu unkontrollierten überschießenden Reaktionen im Sinne von Entladungen, die dem Kind keine Lernmöglichkeit bieten.

Bewegung macht klug!