Offenheit hilft, den Teufelskreislauf zu durchbrechen

Wenn Familien von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, bedeutet das auch immer die Konfrontation mit Belastungen und Einschränkungen. Das gilt nicht nur für den/die Betroffene selbst, sondern für das gesamte familiäre Umfeld, ganz besonders für die Kinder. Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil verstehen oft nicht, was mit ihrem Vater oder ihrer Mutter los ist.

„Mein Vater verschwand immer mal wieder für Wochen oder Monate ohne Erklärung in einem dieser schrecklichen Krankenhäuser. Wenn er zurückkam, taten wir so, als wäre alles in Ordnung. Das hat uns viel Kraft gekostet. Vielleicht hätten wir alle ein freieres, reicheres und erfüllteres Leben führen können, wenn das Thema offen angesprochen worden wäre.“ (Stephen Hinshaw, "Eine andere Art von Wahnsinn: Vom langen Schweigen und Hoffen einer Familie.")

Psychische Erkrankungen sind nach wie vor ein gesellschaftliches Tabu. Kinder verwenden viel Energie darauf, dieses Geheimnis nicht nach außen zu tragen.

Family Talk

Unser Projekt »Family Talk« begleitet Familien, in denen mindestens ein Elternteil unter einer affektiven Störung wie einer Depression leidet. Eine Therapeutin/ ein Therapeut leitet die Eltern unter anderem an, mit ihren Kindern über das zu reden, was aus Scham oft nicht zur Sprache kommt: etwa Trinken, Abwesenheit, Jobverlust. Denn Schweigen trägt dazu bei, dass psychische Erkrankungen von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. Über diese Dinge zu sprechen hilft, eine Internalisierung zu vermeiden und den Teufelskreis zu durchbrechen.

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin, wenn Sie das Gefühl haben, dass ein Gespräch mit einer Fachperson hilfreich sein könnte. Gemeinsam können Ängste relativiert, neue Perspektiven geschaffen und Lösungswege gefunden werden. Bitte wenden Sie sich an unsere nächst gelegene Beratungsstelle.

Dieses Angebot ist kostenlos!