Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen

Ein traumatisches Erleben hat Einfluss auf das emotionale und körperliche Wohlbefinden von Kindern sowie auf die Entwicklung ihrer kognitiven Fähigkeiten und ihres Verhaltens. Es kommt zu einer Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses und löst eine massive Verunsicherung aus.

Phasen der Traumabehandlung

Trauma – Stabilisierung- Verarbeitung- Integration

Im Erstkontakt mit Kindern und Jugendlichen aus den Kriegsgebieten steht Stabilisierung im Vordergrund. Grundbedürfnisse wie gemeinsames Essen und Trinken, müssen befriedigt werden. Den Kindern muss das Gefühl von wiederkehrender Sicherheit (Trost, Zuwendung, ein offenes Ohr) vermittelt werden.

  • Eine klare Tagesstruktur gibt Stabilität und Orientierung im Hier und Jetzt. Wiederkehrende Abläufe im Alltag und Ablenkung verstärken das Gefühl von Sicherheit.
  • Wichtig ist es, den Kindern und Jugendlichen zuzuhören und ihre Geschichten, sei es im Spiel oder in einem Gespräch offen aufzunehmen und nicht zu bewerten. Injizierte Gespräche, die an die traumatischen Erlebnisse erinnern sind zu vermeiden.
  • Sollte es zu Symptomen von Erstarrung, Aggression, Schreien, Weinen ,... kommen, ist es wichtig eine Person zu Verfügung zu haben, die sich in dieser Situation um das Kind oder den Jugendlichen kümmern kann.
  • Hierfür ist es von Vorteil z.B. im Kindergarten einen Bereich zu haben, wo sich das Kind zurückziehen kann. Die begleitende Person kann neben Platz nehmen, um das Gefühl von Schutz zu verstärken.
  • Auch das Nachspielen von Erlebten mit Puppen, Stofftieren, ... führt zu einer momentanen Entlastung, dies sollte aber nur unterstützt werden, wenn es vom Kind injiziert wurde.
  • In der Schule ist dies oft nicht so leicht, hier ist das Verlassen des Klassenraums mit einer Begleitperson eventuell von Vorteil. Dadurch unterbricht man das Symptom und kann eine Neuorientierung im Hier und Jetzt ermöglichen.

Traumatischer Stress hat auch Auswirkungen auf das Fürsorgeverhalten der Eltern und die Bindungsentwicklung der Kinder.