Ängste und Zwänge

Ängste und Zwänge im Kinder- und Jugendalter sind bis zu einem gewissen Ausmaß normal. Kinder müssen im Laufe ihrer Entwicklung mit angstbesetzten Themen umgehen lernen. Oft helfen Rituale dabei Ängste besser zu bewältigen. Bedenklich ist dagegen, wenn das Kind einen übermäßig bedrückten Eindruck macht und stundenlang mit scheinbar unsinnigen Handlungen beschäftigt ist oder das Kind aufgrund seiner Angst Vermeidungsverhalten aufbaut, sich weigert, wo anders zu schlafen oder an außerschulischen Aktivitäten zu beteiligen. Das betroffene Kind ist auswärts eher still und in sich zurückgezogen. Zu Hause kann es durchaus den Ton angeben und versuchen Kontrolle im Alltag zu bekommen, um Unsicherheiten und Ängste zu kompensieren. 

Viele dieser Verhaltensweisen wachsen sich leider nicht aus, sondern werden ins Erwachsenenalter mitgenommen. Sie erschweren die positive Bewältigung von Entwicklungsaufgaben, die ein Kind im Laufe seines Heranwachsens zu leisten hat.

Was wir tun können 

Ängste und Zwänge bei Kindern und Jugendlichen können unterschiedliche Gründe haben. Es ist daher wichtig, zuerst zu wissen "warum". Eine klinisch psychologische Diagnostik dient dazu, die Ursache zu finden. Erst dadurch können wir einen passgenauen Behandlungsplan erstellen, der Ihrem Kind und Ihrer Familie hilft, Schwierigkeiten zu überwinden. Wir gehen von einem ganzheitlichen Ansatz aus und beziehen Sie als Eltern in die Behandlung oder Therapie mit ein. Denn auch Sie als Eltern können lernen, anders auf die Signale Ihres Kindes zu reagieren. Mit Ihrer Hilfe kommen wir schneller ans Ziel. 

Selbstsicherheitstraining: Neben therapeutischen Interventionen stellt eine Trainingsgruppe eine Möglichkeit dar, Gelerntes in einer geschützten Kleingruppe anzuwenden und Neues auszuprobieren. 

Viele unserer Angebote sind kostenlos oder mit einem geringen Kostenbeitrag verbunden. Bitte wenden Sie sich an unsere nächst gelegene Beratungsstelle.

Was Sie selbst tun können 

  • Hinter auffälligem Verhalten die Angst des Kindes erkennen.
  • Trösten Sie Ihr Kind (solche unangenehmen Gefühle hat niemand gerne).
  • Geben Sie Ihrem Kind Sicherheit, indem Sie den Familienalltag eine Zeit lang stärker strukturieren, z.B. Essens- und Schlafenszeiten festlegen, Aktivitäten im Voraus planen oder einen Tagesplan erstellen.
  • Geben Sie in unauffälligen Situationen Ihrem Kind mehr Zuneigung als sonst.
  • Versuchen Sie nicht Ängste oder Zwänge zu relativieren, indem Sie Ihrem Kind Erklärungen bieten, das verfestigt diese nur.